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Unendliches Weltall 2027
Unendliches Weltall 2027
Wandkalender
SKU:K03
ISBN: 978-3-930473-01-4
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Kalenderformat 41 cm x 57 cm

Sonnenaufgang über Europa
„Unendliches Weltall 2027“ lautet der Titel unseres farbenprächtigen Jahreskalenders. Und das erste Blatt lockt mit einer spektakulären Fotomontage: Im Hintergrund unser Mond, im Vordergrund die Erde und hinter beiden die aufgehende Sonne. Abgebildet sind Nordafrika und Europa, wobei die dicht besiedelten Gebiete in ihrer künstlichen Beleuchtung hell erstrahlen. Jetzt ein bisschen Länderkunde: Ganz rechts unten Ägypten mit Delta und Oberlauf des Nils. Das dunkle Gebiet etwa in der Mitte des unteren Randes ist die kaum besiedelte Nordsahara. Darüber kommt die charakteristische Form des italienischen Stiefels mit den Zentren Neapel und Rom und dem hoch industrialisierten Norditalien zum Vorschein. Gut erkennbar ist auch Madrid inmitten der Iberischen Halbinsel. Unmittelbar unterhalb des hell erleuchteten Erdrandes schließlich das stark bevölkerte Mitteleuropa und Großbritannien. Noch weiter im Osten ist die Sonne schon über dem Horizont und die Lichter wurden ausgeschaltet. Eine ausreichende Beleuchtung ist gut das Wohlbefinden von Menschen, weniger gut aber für nachtaktive Insekten und für eine kleinen Gruppe von Begeisterten, die auch gerne einmal die Milchstraße bewundern wollen.
Inhalt:
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01 | 02
Ein „Twin Jet“ strahlt in den Weltraum
(Januar, Februar)
Seitdem fantastische kosmische Fotos unser Leben bereichern, sind die fotogenen Twin Jets gern abgebildete Objekte. Häufig entstehen diese entgegengesetzt davonjagenden Strahlen in der Umgebung eines der sagenhaften Schwarzen Löcher. Auf unserem Monatsbild sendet allerdings ein junger Stern die scharf gebündelten Teilchenströme in den Weltraum. Der Stern selbst ist gut verborgen hinter Dunkelwolken, die auch größere Teile des Bildes besetzt halten. Solche Zwillingsstrahlen werden wie folgt erklärt: Im Rahmen der Sternentstehung innerhalb von Wasserstoffwolken bildet sich eine rotierende Gasscheibe um einen Protostern. Infolge seiner Schwerkraft bindet dieser Stern zunehmende Mengen an Wasserstoff. Ein Teil gelangt in den Stern und steht später für die Kernfusion zur Verfügung, ein anderer strebt vom Sternenkörper weg. Dabei ist der widerstandsärmste Weg senkrecht zur Rotationsebene von Stern und Scheibe, also die Nord- und Südpolarregion. Die Geschwindigkeit eines solchen Gasstrahls erreicht extreme Werte, bis nahe an die Lichtgeschwindigkeit. Dies ist sehr verkürzt die Theorie der Jetentstehung. -
03 | 04
Passend zu Ostern: Der Eiernebel
(März, April)
Den Eiernebel gibt es tatsächlich und nach sorgfältiger Recherche konnte der Autor dieser Zeilen auch herausfinden, was denn nun das Eiartige an diesem Bild ist. Es ist das gelbrote Oval innerhalb heller kreisförmiger Strukturen. Beides regte wohl seinerzeit, das heißt Mitte der 1980er Jahre, die Astronomen zu einer solchen Namensgebung an. Ohnehin scheinen Astronomen bei ihren intensiven Beobachtungen des nächtlichen Himmels eigenartige Gedanken zu pflegen. Unter den planetarischen Nebeln und dazu zählt unser Eiernebel gibt es beispielsweise einen Eulen-, Eskimo-, Schildkröten- und einen Roten Spinnennebel. Weiterhin vertreten sind Blauer Schneeball, Jupiters Geist und Auge Gottes. Die runden Strukturen auf unserem Foto sind keine optischen Reflexe, sie sind Gas- und Staubhüllen, die der uralte Zentralstern im Abstand von wenigen hundert Jahren abgestoßen hat. Der Stern selbst verbirgt sich in der Bildmitte, allerdings gut versteckt hinter dichten Gasnebeln. -
05 | 06
Der Helixnebel auch genannt Auge Gottes
(Mai, Juni)
Die meisten Astronomie Begeisterten kennen den Ringnebel in der Leier, der wie ein türkisfarbenes Auge im Kosmos schwebt. Was einzigartig wirkt, ist so einzigartig nicht. Denn Ringnebel sind Produkte von Roten Riesen, also von schon sehr alten Sternen, die durch chemophysikalische Prozesse Teile ihrer äußeren Hülle abgestoßen haben. Und diese Vorgänge sind durchaus typisch für die Sternenentwicklung, treten also allein in unserer Milchstraße milliardenfach auf. Dennoch sind nur etwa 3.000 solcher Nebel bekannt, weil der „Nebelprozess“ gerade mal 10.000 Jahre andauert. Dies aber ist ein winziger Zeitraum gemessen an der Lebensdauer von Sternen, die bis zu Milliarden von Jahren reichen kann. Unser Monatsbild zeigt einen Ausschnitt des Helixnebels am Übergang zwischen dem vergleichsweise leeren Raum rechts im Bild und den dichteren Ringstrukturen links davon. Je weiter sich die Gasfilamente vom Zentralstern entfernen, desto stärker kühlen sie ab, gut zu erkennen durch den Übergang von bläulichweißen zu dunkelroten Farbtönen am Bildrand links. -
07 | 08
Der Pferdekopfnebel im Sternbild Orion
(Juli, August)
Die originale Überschrift zu diesem Foto lautet „Euclid´s view of the Horsehead Nebula“. So also sieht Euclid den Pferdekopfnebel im Sternbild Orion, einer rossähnlichen Dunkelwolke aus kaltem Gas und Staub, die etwa 1.500 Lichtjahre von uns entfernt ist. Euclid ist ein Weltraumteleskop der NASA, das etwa 1,5 Mio. km außerhalb der Erdbahn arbeitet. Reparaturen wie seinerzeit am Hubble-Teleskop sind damit ausgeschlossen. Es muss also funktionieren und das tut es – Gott sei Dank! Die letzten drei Worte seien gerade bei kosmischen Bezügen gestattet. Die Sonde ist seit 2023 aktiv und vermisst im sichtbaren Licht und im nahen Infrarot das Universum, um die Dunkle Materie besser verstehen zu können. Aber, auch wenn in astronomischen Zirkeln der Begriff „Dunkle Materie“ ständig auftaucht, gibt es durchaus Zweifel an dieser Konzeption. Die nächsten Jahre werden wohl manche dieser Rätsel auflösen, mit Sicherheit aber auch neue aufwerfen. -
09 | 10
Ein Detail aus unserer Milchstraße
(September, Oktober)Die Spiralarme unserer Milchstraße wurden ab den 1950er Jahren genauer kartographiert und erhielten in diesem Zuge auch Eigennamen, beispielsweise Sagittariusarm und Perseusarm. Die kartographischen Arbeiten sind sehr kompliziert, da uns die Außenansicht unserer Heimatgalaxie begreiflicherweise verwehrt bleibt. Das Kalenderblatt zeigt einen Ausschnitt aus dem Perseus-Spiralarm, benannt nach dem gleichnamigen Sternbild, in dessen Nähe dieser Arm gut sichtbar ist. Wobei Sichtbarkeit bei astronomischen Objekten der Erklärung bedarf. Denn nur wenige Aufnahmen werden im sichtbaren Licht gewonnen, die meisten sind aus mehreren Wellenlängenbereichen zusammengesetzte Kompositbilder. Unser Foto stammt vom Weltraumteleskop WISE, das den Himmel im mittleren Infrarotbereich durchmustert hat. Und diese Empfängertechnik war auch ausschlaggebend, denn der größte Teil unseres Bildausschnitts ist von Dunkelwolken verhüllt. Diese würden einen Blick auf die meisten Sterne und Gasstrukturen verhindern, die aber über den Einsatz von IR-Detektoren entdeckt werden können.
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11 | 12
Zum Abschluss des Jahres „Der Schädelnebel“
(November, Dezember)
Erinnern Sie sich noch an unser Frühjahrskalenderblatt? Dort war der Eiernebel abgebildet. Und jetzt am Ende des Jahres kommt ein weiteres Beispiel für die Phantasie, mit der Astronomen ihre kosmischen Schätze benennen. Wir haben den Schädelnebel vor Augen und die Beschreibung der ESA, der europäischen Weltraumorganisation, lautet: Der Nebel erinnert an ein Gehirn in einem transparenten Schädel. Auch hier hat ein Stern, der nun als Weißer Zwerg weiter existiert, am Ende seiner Lebensdauer verschiedene Hüllen abgestoßen. Die äußerste, demnach die älteste, leuchtet in schwachem Blau und ist aus Wasserstoff. Die rötlichen strukturierten Bereiche im Inneren bestehen aus verschiedenen Gasen. Neben vielen Sternen unserer Milchstraße kann man bei näherer Betrachtung im Hintergrund auch Galaxien erkennen, die Millionen von Lichtjahren entfernt ihre Bahnen ziehen.